Pressemitteilung - Entlastende Versorgungsassistentinnen werten neuropsychiatrische Praxen auf

(26. Oktober 2015) Der Einsatz von Entlastenden Versorgungsassistentinnen für neuropsychiatrische Praxen (EVA-NP) ist sinnvoll und erfolgreich. Das zeigt ein Projekt des BVDN-Landesverbandes und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe. Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) plädierte daher auf seiner Delegiertenversammlung am 24. Oktober 2015 dafür, das Modell auf das gesamte Bundesgebiet und alle Krankenkassen auszuweiten.

Seit 1. Juli 2014 besteht ein Vertrag des BVDN-Landesverbandes und der KV Westfalen-Lippe mit der BARMER GEK und der DAK-Gesundheit über die Vergütung von Leistungen durch die EVA-NPs, im August 2015 ist auch die Techniker Krankenkasse hinzugekommen. „Dafür war eine Zertifizierung durch die Ärztekammer Westfalen-Lippe entscheidend“, betont Dr. Rita Wietfeld, niedergelassene Fachärztin für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie aus Witten. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Alexander Simonow, dem BVDN und der Ärztekammer Westfalen-Lippe hat sie die Fortbildung der EVA-NPs entwickelt.
„Praxen mit einer EVA-NP geben uns sehr positive Rückmeldungen. Auch ich selbst profitiere täglich von der Entlastung durch die EVA-NP in meiner Praxis“, berichtet Wietfeld. Auf Delegation des Arztes könnten EVA-NP beispielsweise zu Medikamenten beraten, Medikamentenpläne erstellen, einfache klinische Überprüfungen im Rahmen der medikamentösen Einstellung durchführen, Patientengespräche zur Sicherstellung der ärztlichen Behandlung und Angehörigengespräche führen, Behandlungstermine koordinieren oder Patienten zuhause oder im Heim besuchen. „Inzwischen übernimmt  „meine EVA“ Telefonate für mich, berät Patienten selbständig bei Rückfragen zu Medikamenten und entlastet alle Mitarbeiter durch ihren großen Überblick“, erläutert Wietfeld. Sie betont: „Entlastende Versorgungsassistentinnen werten neuropsychiatrische Praxen auf!“

„Was jetzt ansteht, ist eine Ausweitung dieses Modells auf das gesamte Bundesgebiet und alle Krankenkassen. Insbesondere in Anbetracht des Fachärztemangels in Neurologie, Nervenheilkunde und Psychiatrie dürfen wir eine solch sinnvolle Möglichkeit, bestimmte Aufgaben zu delegieren, nicht ungenutzt lassen“, fordert der Vorsitzende des BVDN und des Spitzenverbandes ZNS, Dr. Frank Bergmann. „Natürlich muss nach einer qualifizierten Fortbildung zur EVA-NP der Einsatz der EVA-NPs vergütet werden“, so Bergmann.

Bisher sind knapp 30 EVA-NPs in Westfalen-Lippe ausgebildet, derzeit wird jährlich ein Kurs angeboten. Voraussetzung für die Fortbildung ist eine ununterbrochene Berufstätigkeit der Medizinischen Fachangestellten von mindestens drei Jahren in einer neurologischen, psychiatrischen oder nervenärztlichen Praxis. „Mit welcher Begeisterung die Auszubildenden auch umfangreiche Hausarbeiten erledigt haben, hat mich sehr beeindruckt“, berichtet Wietfeld. Gerade die Aufgaben, die erforderten, eine sozialpsychiatrische Einrichtung zu besuchen und so dem Versorgungssystem außerhalb einer Praxis zu begegnen, hätten die Auszubildenden als sehr instruktiv empfunden. Eine weitere Hausarbeit kommt direkt der gesamten Praxis zugute: Die Fortzubildenden müssen für ihre Region alle sozialpsychiatrischen Einrichtungen, Komplementärdienste und Heime recherchieren und zusammenstellen.
Während der Fortbildung zur EVA-NP können sich die Teilnehmerinnen in Selbstlernphasen auf die Inhalte der Präsenzveranstaltungen vorbereiten beziehungsweise Inhalte nachbereiten, wofür die Ärztekammer Westfalen-Lippe eine elektronische Lernplattform zur Verfügung stellt. Auf dieser Plattform können Kursteilnehmer darüber hinaus miteinander und mit den Referenten kommunizieren. Für die technische Umsetzung steht der digitale Hörsaal der Hochschule Hamm-Lippstadt zur Verfügung.
Die Fortbildung passt sich der Versorgungsrealität an: Zukünftig werden Wietfeld und Simonow weitere Krankheitsbilder in das Curriculum aufnehmen, die häufig in Praxen vorkommen. Neue Akzente setzen sie beispielsweise auf Anpassungsstörungen, Schwierigkeiten mit Belastungen am Arbeitsplatz, Posttraumatische Belastungsstörung und Sucht. Wietfeld ist offen für Entwicklungen: „Das Curriculum muss mit der Zeit gehen!“


www.bvdn.de
www.bv-psychiater.de
www.bv-neurologe.de
www.kinderpsychiater.org
www.bpm-ev.de

Pressekontakt Jochen Lamp: 0172 4576407

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