Pressemeldungen:

Pressemeldung - Sozialpsychiatrische Praxen: Erfolgsmodell erhalten

(2. September 2014) Etwa die Hälfte der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxen in Deutschland arbeitet als sozialpsychiatrische Praxis mit vom Arzt angestellten Pädagogen, Psychologen oder Sozialarbeitern. Der Berufsverband für Kinder- und Jugendlichen-Psychiatrie und -Psychotherapie (BKJPP) fordert eine angemessene Vergütung für solche Praxen, um diese erfolgreiche Versorgungsform aufrechterhalten zu können.

„Diese Praxen sind unverzichtbar für eine Behandlung nahe an der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen. Sie ermöglichen sehr flexibel Hilfen für den Einzelfall und verringern die Wartezeiten auf eine Therapie deutlich. Vor allem Kinder mit schweren psychiatrischen Störungen benötigen eine berufsgruppenübergreifende Behandlung dringend“, so Dr. Gundolf Berg, Stellvertretender Vorsitzender des BKJPP und Stellvertretender Vorsitzender des Spitzenverbandes ZNS. Allerdings könnten Ärzte die umfassenden Praxisleistungen mit vielen Angestellten künftig nicht mehr finanzieren, wenn die pauschale Vergütung nicht angehoben werde.

Die Vergütung ist seit 1994 konstant geblieben, die Erhöhung der Mitarbeitergehälter in den letzten 20 Jahren ist in der Pauschale nicht abgebildet. „Diese notwendige Art der Versorgung ist personal- und kostenintensiv. Die Praxen können auf dem Finanzierungsniveau von 1994 nicht mehr weiterarbeiten“, beklagt Berg.


Sozialpsychiatrische Praxen ermöglichen umfassende Versorgung
Auf der Basis der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung von 1994 beschäftigen Facharztpraxen für Kinder- und Jugendpsychiatrie Mitarbeiter wie Sozialpädagogen, Heilpädagogen oder Psychologen, die in Zusammenarbeit mit dem Arzt Diagnostik und Therapien anbieten. Beispiele sind psychologische Testungen und Einzel- oder Gruppentherapien. Darüber hinaus können diese Praxen aufgrund des umfassenden Know-Hows gezielt Eltern beraten und Familienarbeit leisten. Außerdem ermöglichen die Praxis-Teams eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten, Erziehungsberatungsstellen oder Jugendämtern.


Hohe Behandlungsqualität
Berg betont die hohe Behandlungsqualität und hohe Patientenzufriedenheit durch sozialpsychiatrische Praxen: „Die Praxen arbeiten qualitativ sehr hochwertig, zum Beispiel bei der Versorgung von Patienten mit dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS).“ Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit in sozialpsychiatrischen Praxen kämen die jungen Patienten deutlich häufiger ohne Medikamente aus. „Neben der Qualität der Versorgung muss auch die Quantität bedacht werden: Die Wartezeiten für eine kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung ist in vielen Regionen lang. Ohne sozialpsychiatrische Praxen könnte nur noch etwa halb so vielen Kindern wie bisher geholfen werden“, ergänzt der Stellvertretende Vorsitzende.

„Der Erhalt sozialpsychiatrisch arbeitender Praxen ist uns Kinder- und Jugendpsychiatern ein wichtiges Anliegen, und zwar nicht zuletzt, um eine Chronifizierung von psychiatrischen Erkrankungen in das Erwachsenenleben hinein zu verhüten“, so Berg.

www.kinderpsychiater.org
www.bvdn.de
www.bv-psychiater.de
www.bv-neurologe.de

Pressekontakt: Jochen Lamp, Tel 0172 4576407

pdf-IconSozialpsychiatrische Praxen: Spitzenverband ZNS will Erfolgsmodell für Kinder und Jugendliche erhalten (2. September 2014)

Logo Fortbildungsakademie kurz

logo neurologenpsychiater imnetz

logo zns netze

logo neurax foundation 05 2019 rgb 154

generationpsy

Aktionsbündnis seelische gesundheit