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Pressemeldung – Früherkennung durch Vernetzung mit Hausärzten verbessern

(27. November 2013) Früh erkannt lassen sich Depressionen und ein drohendes Burnout sehr gut
behandeln. Auch vorbeugende Maßnahmen sind möglich, wenn Lebensumstände
oder Arbeitsumfeld auf ein erhöhtes Krankheitsrisiko hindeuten. Dafür ist es
notwendig, dass Psychiater, Neurologen und Nervenärzte mit Hausärzten eng
zusammenarbeiten. Auch bei der Früherkennung von Demenzen ist diese
Kooperation entscheidend. Darauf hat der Spitzenverband ZNS (SPIZ) hingewiesen.


„Eine gute Früherkennung gelingt nur interdisziplinär.Dafür müssen wir gemeinsam
die Zusammenarbeit in Diagnostik und Therapie verbessern“, sagte der Vorsitzender
des SPIZ, Dr. Frank Bergmann, auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für
Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) in Berlin.
Bergmann erläuterte dies am Beispiel von Depressionen, Burnout und Demenz.

Früherkennung Depression
Hausärzte stellen häufig die Verdachtsdiagnose einer Depression. Die enge
Zusammenarbeit mit Psychiatern und Nervenärzten sowie Psychotherapeuten ist
wichtig, damit der Betroffene umgehend einen ambulanten Termin zur Abklärung und
gegebenenfalls schnellen Behandlung erhält. Im Gegenzug werden Psychiater oder
Nervenarzt bei Nebenwirkungen von Psychopharmaka zeitnah den Hausarzt
informieren und die weitere Behandlung mit ihm abstimmen. Hierbei müssen unter
Umständen auch weitergehende Untersuchungen vorgenommen werden. „Bei
Herzrhythmusstörungen brauchen wir das EKG, bei Transaminasenanstieg ggf. den
Ultraschall und bei Kreislaufproblemen die Langzeitblutdruckmessung“, nannte
Bergmann Beispiele.

Burnout abwenden
Hausärzte sind oft die ersten Ansprechpartner, wenn Patienten beruflich überlastet
sind. Sie können als Weichensteller eine psychiatrische oder nervenärztliche
Abklärung empfehlen. Zeitnahes Eingreifen kann ein Burnout verhindern. „Wir haben
heute Möglichkeiten zur Prävention berufsbedingter psychischer Erkrankungen. Nur
wissen die Betroffenen das oft noch nicht. Hier sind die Hausärzte als erster
Ansprechpartner gefragt. Positiv ist, dass sowohl in der Ärzteschaft als auch in
derBevölkerung die zunehmende Bedeutung des Themas erkannt wird“, so
Bergmann.

Demenz
Nur etwa ein Viertel aller Demenzkranken wird vor Aufnahme in eine Einrichtung der
Altenhilfe von einem Facharzt für Psychiatrie, Neurologie oder Nervenheilkunde
untersucht oder behandelt (1). „Wenn wir die Demenz früh erkennen, können wir
heute durch eine antidementive Therapie und gegebenenfalls begleitende
Maßnahmen den Verlauf der Demenz verlangsamen“, so Bergmann. Außerdem
gebe es behandelbare Erkrankungen, deren Symptome einer Demenz ähneln, zum
Beispiel ein zu hoher Hirndruck durch eine Abflussstörung des
Nervenwassers(Liquor). Es sei wichtig, diese behandelbaren Erkrankungen
auszuschließen.Ein weiterer wichtiger Punkt istlaut Bergmann, dass Patienten bei
einer frühzeitigen Diagnose oft noch ihre Angelegenheiten selbst bestimmt regeln
können, zum Beispiel eine Vorsorgevollmacht erteilen.

Enger Austausch zwischen Fachgruppen notwendig

„Die Praxis zeigt, dass eine Vernetzung der Arztgruppen für Prävention und
Früherkennung notwendig ist“, betonte Bergmann. Der SPIZ regt daher gemeinsame
Fortbildungen, Qualitätszirkel und die Zusammenarbeit in Ärztenetzen vor Ort an.
Im weiteren Rahmen sollte die Kooperation auch andere Berufsgruppen wie
Sozialarbeiter, Psychotherapeuten und Ergotherapeuten umfassen. Eine Möglichkeit
für die regionale Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg bieten Integrierte
Versorgungsverträgen, die in einigen Versorgungsregionen für bestimmte
Erkrankungen bereits existieren.

Pressekontakt: Jochen Lamp, Tel 0172 4576407

pdf-IconFrüherkennung psychischer Erkrankungen durch Vernetzung von Hausärzten und Nervenärzten verbessern

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