Pressemeldungen:

Stellungnahme des Spitzenverbandes ZNS (SpiZ) zur geplanten Einführung einer Vier-Wochen-Frist, innerhalb derer Patienten ein Facharzttermin erhalten sollen

(11. November 2013) Vier-Wochen-Frist keine Lösung bei Wartezeitenproblematik – Konzepte für eine zeitnahe Akutversorgung liegen vor

Neurologische und psychiatrische Erkrankungen erfordern oft eine sehr viel schnellere Abklärung. Dann ist eine Wartezeit von vier Wochen unzumutbar beziehungsweise sogar gefährlich. Patienten zum Beispiel mit schwerer depressiver Symptomatik oder akuten neurologischen Ausfällen wie Lähmungen oder Sprachstörungen müssen umgehend behandelt werden, hier geht es unter Umständen um Leben und Tod.

Grundsätzlich sind Wartezeiten von Wochen oder sogar Monaten für Patienten mit akuten psychischen und neurologischen Erkrankungen nicht hinnehmbar.

„Die undifferenzierte und populistische Forderung nach einem Termin in einer Vier-Wochen–Frist wird insofern der individuellen Patientensituation in keiner Weise gerecht und täuscht über die eigentlichen Probleme der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung hinweg“, sagt Dr. Frank Bergmann, Sprecher des Spitzenverbands ZNS und Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN). „Solche unbedachten Schnellschüsse, bei denen es sich nur auf den ersten Blick um vermeintliche Lösungen handelt, nützen niemandem, sondern verlagern nur die Probleme oder schaffen neue.“

Stattdessen müssen die Rahmenbedingungen für die ambulante Versorgung deutlich verbessert werden, wenn nicht in Zukunft noch weniger Zeit für den Patienten zur Verfügung stehen soll. Dazu muss die Attraktivität der ambulanten Versorgung gesteigert werden, vor allem auch um mehr Ärztinnen und Ärzte für die ambulante Versorgung zu gewinnen. Eine Voraussetzung für die Umsetzung kürzerer Wartezeiten wäre, auch niedergelassenen Ärzten zu ermöglichen, Ärztinnen und Ärzte wie im stationären Sektor anzustellen. Hierfür gibt es aber bislang überhaupt keine Finanzierungsmöglichkeit. Noch nicht einmal die Facharzt-Weiterbildung im ambulanten Sektor ist bislang finanziert.

„Die neurologischen und psychiatrischen Berufsverbände im Spitzenverband ZNS (SpiZ) haben Konzepte für eine zeitnahe Akutversorgung entwickelt. Diese Konzepte können jederzeit umgesetzt werden, wenn die erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden“, betont Bergmann.

Dazu wäre allerdings ein Paradigmenwechsel erforderlich: Notwendig sind Versorgungsmodelle, die mit besserer Vernetzung und Koordination in den Regionen einhergehen. Solche Modelle werden derzeit aber nur dann finanziert und umgesetzt, wenn sie als „Sparprogramme“ konzipiert werden. Solange dies der Fall ist, werden die Lösungsvorschläge von Herrn Spahn und Herrn Lauterbach zur Verringerung von Wartezeiten ins Leere laufen.

Pressekontakt: Jochen Lamp, Tel.: 0172 4576407

 

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