Spitzenverband ZNS

Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) sowie der Berufsverband für Kinder- und Jugendlichen-Psychiatrie und -Psychotherapie (BKJPP) haben sich im September 2013 zum Spitzenverband ZNS (SPiZ) zusammengeschlossen.  
Die Verbände sehen einen zukünftigen Versorgungsschwerpunkt in der Versorgung von Patienten mit Erkrankungen des ZNS. Neuropsychiatrische Versorgungsmöglichkeiten sowie zukünftige Versorgungsbedarfe in den Bereichen Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie (inklusive Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie) sowie Psychosomatik rücken zunehmend auch in den öffentlichen Medien in den Fokus des gesundheitspolitischen Interesses. Dies ist auch dem sich abzeichnenden demographischem Wandel unserer Gesellschaft geschuldet, aber auch strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt sowie auch einer höheren Sensibilität und Wahrnehmung z. B. psychischer Beeinträchtigungen.

Fortbildungsakademie

Die Berufsverbände BVDN, BDN und BVDP haben 2001 eine Fortbildungsakademie gegründet. Das Fortbildungsprogramm ist auf die Bedürfnisse niedergelassener Nervenärzte, Neurologen und Psychiater/Psychotherapeuten zugeschnitten. Seit 2001 hat die Akademie mehr als 200 Seminare durchgeführt. Die Fortbildungen finden meist samstags statt und umfassen acht Stunden. Für Sonderthemen, wie die sehr erfolgreiche Reihe „Forensische Psychiatrie“, bietet die Akademie auch zweitägige Wochenendveranstaltungen an.

Vergütung der ambulanten Versorgung

Die wirtschaftlichen Grundlagen des Faches zu sichern ist eine wichtige Aufgabe des Berufsverbandes. Der BVDN setzt sich daher auf verschiedenen Ebenen für eine angemessene Vergütung ärztlicher Leistungen in Nervenheilkunde, Psychiatrie und Neurologie ein. Konkret gehören dazu:

  • Die Arbeit in Gremien von Landes-KVen und der KBV zum Beispiel bei der dringend erforderlichen Weiterentwicklung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes.
  • Die Arbeit in der Bundesärztekammer und in Landesärztekammern zum Beispiel bei der Weiterentwicklung der Gebührenordnung für Ärzte oder der Weiterbildungsordnung.
  • Die Diskussion mit Krankenkassen zum Beispiel über besondere Versorgungsverträge.
  • Die politische Arbeit in Berlin – aber auch in Landeshauptstädten – damit unsere Anliegen in der Gesundheitspolitik präsent sind. Dazu gehören zum Beispiel Besuche bei Ministern und politischen Mitarbeitern.
  • Eine intensive Pressearbeit, die sich in erster Linie an die Entscheider in Politik und Gesundheitswesen richtet.

Leitlinien

Und jetzt auch noch so viele Leitlinien?

Dr. Christian RaidaEs sind nicht nur einzelne Stimmen, die die Entwicklung der Medizin der letzten Jahre mit Verärgerung und Verunsicherung wahrnehmen: Einerseits werde der ärztliche Alltag durch „unnütze Dinge“ (Bürokratisierung, Juridifizierung) enorm belastet, dann werde erbrachte Leistung immer schlechter vergütet und reglementiert, ferner die überkommenen Versorgungs- und Vergütungsstrukturen im Sauseschritt novelliert, schließlich das ärztliche Tun selbst vereinheitlicht und dem Druck von Qualitätsstandards und Leitlinien unterworfen, quasi als verlängerte Arm der Politik und der Finanzkrise der Gesundheitswesens. Viele Kollegen – und gerade die Niedergelassenen - haben die Lust am Arztsein verloren – nachvollziehbar.

Coach BVDN

Leitbild Coach BVDN

Nicht zuletzt der aktuell veröffentlichte „Stressreport 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt auf: Psychische Probleme im Arbeitsleben nehmen zu und führen zu einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen und weiterhin zu hohen volkswirtschaftlichen Kosten. Die Botschaft von Arbeitsmedizinern lautet unter anderem: Multitasking funktioniert nicht. Das menschliche Gehirn schafft es nicht, zwei Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Bei Mehrfachanfragen passiert Folgendes: Das Gehirn schaltet sehr schnell zwischen den Aufgaben hin und her. Das kostet Energie. Energie, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber sinnvoller nutzen können.

Gegen Stigmatisierung

Die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen - und seltener auch mit neurologischen - Erkrankungen ist in unserer Gesellschaft auch heute noch ein Problem. Die Berufsverbände setzen sich deshalb auf verschiedenen Ebenen konsequent gegen Stigmatisierung und Diskriminierung dieser Patienten ein. Entscheidend ist dabei die Aufklärung. Nur wenn die Menschen mehr über psychische Erkrankungen wissen, kann Stigmatisierung abgebaut werden. Der BVDP führt deshalb permanent Pressearbeit zur Aufklärung durch. Er engagiert sich im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit und betreut öffentliche Veranstaltungen mit. Ein Beispiel hierfür ist die Veranstaltungsreihe IRRwege verstehen an der Volkshochschule Neuwied. Dieses Projekt ist 2012 mit dem Weiterbildungspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden.

Logo Fortbildungsakademie kurz

logo neurologenpsychiater imnetz

Aktionsbündnis seelische gesundheit

logo zns netze

generationpsy

logo neurax foundation